MiFID II – Ein erstes Résumé

 

 

Nachdem der ursprüngliche Termin, der
3. Januar 2017, zeitlich zu ambitioniert war, war es am 3. Januar diesen Jahres so weit. Die Überarbeitung der MiFID von 2007 trat in Kraft.

 

 

 

Schon im Vorfeld waren die Herausforderungen für die Sparkassen aber auch für die Compliance-Beauftragten enorm. Neben der Begleitung der Vielzahl von Projekten waren auch Anpassungen der Compliance-Arbeitsanweisungen und -prozesse erforderlich.
Eines lässt sich bereits festhalten: Die endgültige Umsetzung der neuen und überarbeiteten Anforderungen wird sowohl die Compliance-Beauftragten als auch die Sparkassen selbst noch einige Zeit begleiten.
Mit Spannung wurde der 3. Januar 2018 erwartet, die Vorarbeiten waren geleistet und nun sollte sich zeigen, ob und wie die Umstellung klappt. Wie es bei einem Projekt dieser Größenordnung nicht anders zu erwarten war, gab es einige Startschwierigkeiten. Die größten Probleme traten in den folgenden vier Bereichen auf:

  • Meldewesen nach Artikel 26 MiFIR
  • Zielmarktabgleich
  • Zurverfügungstellung der Basisinformationsblätter (BIB)
  • Ex ante Kostentransparenz


Im Rahmen des Meldewesens ist die umfassende Datenerfassung des meldenden Instituts erforderlich, das sich wiederum eines Dienstleisters für die Meldung bedient. Hier offenbarten die Schnittstellen zwischen den Instituten und zur BaFin erheblichen Nachjustierungsbedarf.
Für einen reibungslosen Zielmarktabgleich, d. h. die Überprüfung, ob das jeweilige Finanzinstrument zum Kunden passt, ist die Lieferung der relevanten Zielmarktdaten erforderlich. In den meisten Fällen werden diese vom Hersteller des Produkts geliefert und von dem vertreibenden Institut übernommen. Jedoch gab es anfangs einige unvollständige Datensätze, so dass dieser gesetzlich vorgeschriebene Abgleich nicht erfolgen konnte.
Ähnlich sah es bei den BIBs aus. Diese werden in aller Regel von den Herstellern erstellt und zur Verfügung gestellt. In der Praxis funktionierte in vielen Fällen die Zurverfügungstellung dieser Pflichtunterlage nicht.
Bei der Offenlegung der Kosten vor Abschluss eines Wertpapiergeschäfts kam es ebenfalls zu zahlreichen Schwierigkeiten, da erforderliche Daten nicht oder nicht korrekt ausgewiesen wurden. Hier war die besondere Herausforderung, dass diese Daten zum einen durch den Produkthersteller und zum anderen durch den Vertreiber zu pflegen sind.
Die erläuterten Probleme behinderten erheblich den Vertrieb der einzelnen Sparkassen. Einige Sparkassen setzten kurzfristig das Beratungsgeschäft aus, aber auch im beratungsfreien Geschäft kam es zu Beeinträchtigungen.
Die neuen regulatorischen Anforderungen sehen u. a. auch vor, dass jedes Wertpapierdienstleistungsunternehmen seit dem 3. Januar 2018 einen Beauftragten zum Schutz der Kundenfinanzinstrumente, einen „Single Officer“, zu ernennen hat. Die SIZ GmbH hat ihr Leistungsspektrum um diese Funktion erweitert.
Die neue Beauftragtenfunktion ist vorwiegend zuständig für eine Überprüfung der Einhaltung der Pflichten bezüglich des Schutzes von Finanzinstrumenten und Kundengeldern. Hierfür überwacht er die Konformität mit § 84 WpHG und § 10 WpDVerOV. Er sorgt dafür, die Rechte der Kunden hinsichtlich ihrer Finanzinstrumente und Geldern zu wahren. Eine Übertragung dieser Aufgaben auf den Compliance-Beauftragten ist sinnvoll, da dieser bereits über wesentliche Erfahrungen und Systeme verfügt und die nötige Kenntnis über Auffälligkeiten in der Überwachung von Depotgeschäften bereits aufweist.
Die jahrelangen Erfahrungen der SIZ GmbH im Bereich der Wertpapier-Compliance ermöglichen unseren Beauftragten mit Hilfe der standardisierten Prozesse auch Sparkassen zu unterstützen, die die Funktion nicht ausgelagert haben. Dies trifft auch auf die Umsetzung der MiFID II zu.
Die SIZ GmbH prüft sämtliche Prozesse, Verfahren, Risikoanalysen, und Überwachungsplänen hinsichtlich ihrer Konformität mit den in Teilen neuen aufsichtsrechtlichen Anforderungen. Dafür werden eine hausindividuelle Risikoanalyse und ein Überwachungsplan erstellt. Ebenso werden Vorlagen und Überwachungs-Checklisten eingesetzt, die die SIZ GmbH selbstverständlich an die neuen Vorgaben unter MiFID II anpasst hat.

Für Fragen steht Ihnen Frau Brodkorb jederzeit gern zur Verfügung.

Ihre Ansprechpartnerin

 Martina Brodkorb

Martina Brodkorb

Leiterin WpHG-Compliance

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