Payments 360°: Souveränität und Standards

Wie bleibt Zahlungsverkehr zukunftsfähig? Impulse zu EBICS 4.0, KI und europäischer Souveränität.

Wie werden wir im Jahr 2035 bezahlen? Welche Rolle spielt Europa im globalen Zahlungsverkehr? Und wie verändern Künstliche Intelligenz, Echtzeitverarbeitung und neue Standards die Finanzbranche?

Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Payments 360°, die wir gemeinsam mit der PPI AG bereits zum zweiten Mal veranstaltet haben.

Die Diskussionen und Vorträge machten deutlich: Der Zahlungsverkehr entwickelt sich zunehmend zu einer strategischen Infrastruktur. Dabei geht es längst nicht mehr nur um die technische Abwicklung von Zahlungen, sondern auch um digitale Souveränität, Sicherheit und die Fähigkeit, Innovationen schnell in die Praxis zu bringen.

Deutliche Impulse setzte auch Christian Schäfer vom DSGV. Sein Appell: Europa darf bei der Weiterentwicklung des Zahlungsverkehrs keine Zeit verlieren. Der Digitale Euro allein werde die Herausforderungen rund um die europäische Souveränität nicht lösen. Vielmehr gelte es, bestehende Initiativen wie WERO und Instant Payments konsequent weiterzuentwickeln, schneller in die Umsetzung zu kommen und dabei stets die Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden im Blick zu behalten.

Viele Beiträge machten deutlich: Bewährte Standards bleiben die Grundlage eines leistungsfähigen Zahlungsverkehrs. Gleichzeitig müssen sie kontinuierlich weiterentwickelt werden, um neuen Anforderungen an Sicherheit, Geschwindigkeit und Kundenerlebnis gerecht zu werden.

Genau hier setzt auch die Arbeit der SIZ an. In ihrer Rolle als Technisches Sekretariat der EBICS SC stellte Sabine Wenzel die aktuellen Planungen zu EBICS 4.0 vor. Ein wesentlicher Treiber ist hier die Notwendigkeit, den Standard bis Anfang der 2030er-Jahre kryptoagil und damit fit für zukünftige, postquantenresistente Sicherheitsverfahren zu machen. Ergänzt wird dies durch funktionale Weiterentwicklungen wie digitales Onboarding und einen Benachrichtigungsservice. Die Weiterentwicklung des Standards wird die Institute in den kommenden Jahren intensiv begleiten.

„Sichere und leistungsfähige Standards sind eine wesentliche Voraussetzung für die Weiterentwicklung des Zahlungsverkehrs. Mit EBICS 4.0 schaffen wir die Grundlage dafür, auch zukünftigen Anforderungen gerecht zu werden“, so Sabine Wenzel. 

Auch die Auswirkungen von Echtzeitprozessen und Künstlicher Intelligenz wurden intensiv diskutiert. Die Digitalisierung verändert nicht nur technische Plattformen, sondern auch Aufgabenprofile und Arbeitsweisen. KI kann dabei unterstützen, Routinetätigkeiten zu übernehmen und Fachkräfte zu entlasten. Der Mensch bleibt jedoch entscheidend, insbesondere dort, wo Beratung, Einordnung und Verantwortung gefragt sind.
Wie wichtig Sicherheit und Sensibilisierung bleiben, zeigte zudem eine Live-Hacking-Demonstration, die eindrucksvoll verdeutlichte, wie professionell moderne Phishing-Angriffe inzwischen durchgeführt werden.

Besonders wertvoll war die Vielfalt der Perspektiven: Vertreterinnen und Vertreter aus allen Verbandsbereichen der Deutschen Kreditwirtschaft sowie Institute aus der DACH-Region brachten ihre Sichtweisen in die Diskussion ein. Genau dieser Austausch über Verbands-, Instituts- und Ländergrenzen hinweg macht Formate wie die Payments 360° so wertvoll.

Unser Fazit: Die Zukunft des Zahlungsverkehrs wird nicht allein durch neue Technologien bestimmt. Entscheidend wird sein, wie Standards, Sicherheit, Innovation und Kundennutzen zusammengebracht werden. Payments 360° hat gezeigt, wie wichtig der fachliche Austausch über Instituts- und Verbandsgrenzen hinweg dafür ist. Die SIZ wird diesen Weg auch weiterhin aktiv mitgestalten. In Gremien, Projekten und gemeinsam mit ihren Partnern in der Sparkassen-Finanzgruppe.

Vielen Dank an alle Referierenden, Teilnehmenden und unseren Partner PPI AG für zwei intensive Veranstaltungstage und viele wertvolle Impulse.


Ihre Ansprechpartnerin:

Sabine Wenzel
Abteilungsleiterin Payments

Mail an: sabine.wenzel [at] siz [dot] de


Bildnachweis : PPI | Andreas Löwe